Individualpsychologische Anaylse

„Leben heißt, sich minderwertig fühlen“.

(A. Adler)

 

Ein wesentliches Element der individualpsychologischen Persönlichkeits- und Entwicklungstheorie ist in diesem Sinn die Interdependenz zwischen Minderwertigkeitsgefühl und dem Streben nach sozialer Gleichwertigkeit. Das Minderwertigkeitsgefühl ist die treibende Kraft, welche das Kind motiviert, sich zu entwickeln, um in seinem späteren Leben ein gewisses Maß an Sicherheit zu erlangen. Die Art und Weise, wie das geschieht, wird als Lebensstil bezeichnet, was bedeutet, einzelne Verhaltensweisen als Ausdruck der Gesamtpersönlichkeit interpretieren zu können. Dabei wird das Individuum nicht isoliert betrachtet, sondern in seinen somatischen, psychischen und soziokulturellen Dimensionen.

Individualpsychologische Therapien umfassen die ganze Bandbreite zwischen niederfrequenten Arbeitsweisen in stützend-ermutigender Form bis zu hochfrequenten, aufdeckend arbeitenden Langzeitanalysen, und zwar, je nach den spezifischen Bedürfnissen des Patienten bzw. der Patientin, sitzend oder liegend auf der Couch.